KINO BADEN - charmantes Premium-Kino im Herzoghof
Die meisten der untenstehenden Filme haben wir im Rahmen des Ciclo Espanol von September 2015 bis Jänner 2016 gezeigt. Auf Wunsch zeigen wir gern den einen oder anderen Film noch einmal.

OCHO APELLIDOS VASCOS - 8 NAMEN FÜR DIE LIEBE
Komödie, E 2014
Rafa liebt seine Heimat Sevilla. Das Leben hier ist schön, es gibt tolle Frauen und heißen Flamenco, warum also gehen? Die Einstellung des Andalusiers verändert sich, als er die Baskin Amaia kennenlernt. Sie ist immun gegen Rafas erprobten Charme, was er nicht akzeptiert und daher mobil wird. Für den Mann aus dem Süden geht es gen Norden an die spanisch-französische Grenze, ins Baskenland, Amaia hinterher. Auf einmal ist Rafa in einer fremden Welt,– und muss diese ihm nicht vertraute Kultur adaptieren. Amaias Vater, Koldo, ist zu Besuch und erwartet, ihren Bräutigam kennenzulernen, der Amaia allerdings hat sitzen lassen – Rafa springt ein, gibt sich als Verlobter aus. - Die Anpassung wird zum Abenteuer.
In dieser romantischen Culture-Clash-Komödie werden Vorurteile zwischen Andalusier und Basken mit einer großen Portion Herzenswärme und Situationskomik aufs Korn genommen.
'8 Namen für die Liebe' gewann 2015 bei den GOYA Awards in Spanien in der Kategorie 'beste weibliche Darstellerin und 'bester männlicher Nebendarsteller'.


Kino
VIRIDIANA (Drama, Mex/E 1961)
Die junge Novizin Viridiana wird kurz vor dem Ablegen ihres Gelübdes von ihrer Äbtissin gebeten, ihren Onkel und Gönner, den alternden Don Jaime, zu besuchen. Don Jaime ist von der ähnlichkeit Viridianas mit seiner verstorbenen Frau überwältigt und will sie heiraten. Als Viridiana sich weigert, betäubt er sie, um sie zu vergewaltigen. Zwar verzichtet er auf die Durchführung seines Plans, seine Schuldgefühle führen ihn aber zum Selbstmord. Viridiana, die gemeinsam mit Don Jaimes Sohn Haus und Gut erbt, will ihren neuen Besitz dazu nutzen, den Armen zu helfen. Deren Dankbarkeit fällt jedoch nicht so aus, wie sie es erhofft hatte.
Sozial- und religionskritischer Film von großer formaler wie thematischer Kraft, mit dem der große Luis Buñuel (Regisseur 'Tristana') radikal-christliche Lebensbemühung durch die ebenso radikale Konfrontation mit Unmoral, Bosheit und sozialem Elend auf die Probe stellt. Die in zahlreichen zwielichtigen Symbolen ausgedrückte Polemik gegen die christliche Botschaft ist freilich nicht leicht zu entschlüsseln. Der Film zeigt u.a., wie auch das bestgemeinte Handeln zum Scheitern verurteilt sein kann. Ein Film voll harter, aber nicht liebloser oder gar zersetzender Kritik.
Mit: Silvia Pinal (eine der bedeutensten Mexikanischen Schauspielerinnen aller Zeiten) & Fernando Rey.
Auszeichnungen: Cannes 1961 - Palme d'Or, Grand Prix de l'UCC 1962


Kino
RELATOS SALVAJES - WILD TALES – JEDER DREHT MAL DURCH! (Comedy/Drama/Thriller, Arg/E 2014)
Jeder kennt das Gefühl: die Wut über die Unzulänglichkeiten des Lebens. Ein harmloser Moment bringt das Fass zum Überlaufen und ruft eine Kettenreaktion hervor. Manche bleiben ruhig. Andere explodieren.
WILD TALES ist ein Film über Menschen, die explodieren.
Mit: Darío Grandinetti, María Marull, Ricardo Darín (Der Sohn der Braut).
2015 gewann 'Wild Tales' den Oscar in der Kategorie 'Bester ausländischer Film'. Insgesamt erhielt der Film weitere 20 Preise und 36 Nominierungen.


Kino
EL DIA DE LA BESTIA (Horror/Action/Thriller, E 1995)
Der baskische Priester Angel stellt nach langem Bibelstudium den Zeitpunkt für die Ankunft des Antichristen fest. Zur Weihnachtszeit fährt er nach Madrid um dort über das Begehen vieler Sünden in Kontakt mit dem Antichrist zu kommen. Dabei lernt er Jose Maria (Santiago Segura), einen in einem Musikladen beschäftigten Death-Metal-Fan kennen, und kommt in der Pension seiner Mutter unter. Gemeinsam suchen beide Dr. Cavan, den Moderator einer okkultistischen Fernsehsendung, auf. Nun zu dritt gehen sie im weihnachtlichen Madrid auf die Jagd um die Wiedergeburt des Antichristen zu verhindern.
Mit: Santiago Segura (Hellboy 1&2, BLADE 2), Regie: Álex de la Iglesia (La comunidad – Allein unter Nachbarn), ehem. Präsident der spanischen Filmakademie.
'El día de la bestia' gewann 1996 insgesamt sechs Goyas, unter anderem in den Kategorien „Beste Regie“, „Bester Nachwuchsdarsteller“, „Bester Ton“ und „Beste Spezialeffekte“. Der Film wurde außerdem mit den Hauptpreisen des Brussels International Fantastic Film Festivals 1996 und des Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya 1995 ausgezeichnet.


Kino
TRISTANA (Drama, E 1970)
Nach dem Tod ihrer Mutter übernimmt der alternde Atheist Don Lope die Vormundschaft für die junge Tristana. Während er sie verführt und zu seiner Geliebten macht, verkündet er unaufhörlich, sie sei ebenso frei wie er. Tristana nutzt ihre Freiheit schliesslich und verliebt sich in den jungen Künstler Horacio, für den sie Don Lope verlässt. Als sie an einem Tumor erkrankt und ihr ein Bein amputiert werden muss, kehrt sie zu Don Lope zurück. Doch die Vorzeichen haben sich geändert: nun hat sie Macht über den gebrechlichen alten Mann, der zum Opfer ihrer Rache wird.
Luis Buñuel, der spanischen Regisseurlegende ('Viridiana') gelingt eine einfühlsame und zugleich bittere, sehr komplexe und inszenatorisch virtuose Umgestaltung des Romans von Galdós aus dem Jahr 1892, in der er seziert und diagnostiziert, jedoch auf eine Therapie verzichtet. Für ihn sind die Personen des Spiels völlig abhängig von der gesellschaftlichen Situation, in der sie sich befinden. Diese geißelt er, jene aber zeichnet er mit Feingefühl und Verständnis, fern jeder Schwarzweißmalerei.
Die Auseinandersetzung mit den geistigen Hintergründen kreist um Gerechtigkeit, Freiheit, Liberalismus und Christentum.
Mit: Catherine Deneuve (Die letzte Metro, Begierde, Madame empfiehlt sich), Fernando Rey (French Connection – Brennpunkt Brooklyn), Franco Nero (Django 1966).
Tristana wurde 1971 für den Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert und 1996 anlässlich einer Umfrage des 'Spanish cinema centenary' zum 10. besten Film der spanischen Filmgeschichte gewählt.


Kino
LA COMUNIDAD - ALLEIN UNTER NACHBARN
(Schwarze Komödie, E 2000)
Madrid: Julia (Carmen Maura) ist Maklerin in einer Immobilienfirma. Sie besichtigt mit potenziellen Klienten eine elegante Mehrzimmerwohung in einem Mehrparteienhaus. Als diese kein Interesse haben, verbringt sie dort unzulässigerweise eine Nacht mit ihrem frustrierten Freund und wird Zeuge, wie die Feuerwehr die Wohnung über ihr gewaltsam öffnet. Die Wohnung ist voller Müll und einer Leiche, die bereits von einer Katze angeknabbert wurde. Der tote Ingenieur muss schon Wochen in der Wohnung gelegen haben. Als die Feuerwehrmänner die Leiche auf einer Bahre aus der Wohnung tragen, fällt dieser eine Brieftasche aus der Hosentasche. Geistesgegenwärtig schnappt sich Julia die Brieftasche und entdeckt später einen Schatzplan darin.

Mit: Carmen Maura ('Paulette'), Regie: Álex de la Iglesia ('El día de la bestia'). 2001 konnte 'La comunidad' die Goyas für 'Beste Hauptdarstellerin' (Carmen Maura), 'Bester Nebendarsteller' und 'beste Spezialeffekte' erringen und war für 12 weitere Goyas nominiert.


Kino
FRESA Y CHOCOLATE - ERDBEER & SCHOKOLADE
(Spielfilm, Mex/Kuba/E 1993)
Fresa y chocolate ist ein beeindruckendes Bild der kubanischen Gesellschaft, welches eine Freundschaft zeigt, die auch sozialpolitische Tabus (dazu zählt die Homosexualität in Kuba immer noch) überwinden kann. Gefühlskino im besten Sinne, mit sicherer Hand zwischen den Extremen von Melodram und ironischer Farce inszeniert vom kubanischen Regisseurs Tomás Gutiérrez Alea.
Bei den Berliner Filmfestspielen im Jahre 1994 wurde der Film mit dem Silberner Bär der Jury und dem Teddy Award ausgezeichnet; weiters erhielt Erdbeer & Schokolade zahlreiche Nominierungen u.a. für den Oscar für bester ausländischer Film.


Kino
EL HIJO DE LA NOVIA - DER SOHN DER BRAUT
(Comedy/Drama, Arg 2001)
Wenn ein älterer Mann nach über vierzig Jahren gemeinsamen Lebens seiner Partnerin ihren größten Wunsch erfüllen will: Hochzeit in weiß, so kommt das in der Kinolandschaft nicht sehr häufig vor. Und wenn die Angebetete dann aber noch von Alzheimer betroffen ist, entsteht vor unseren Augen ein recht ungewöhnliches und seltenes Szenario.
Dieser Film des argentinischen Regisseur Juan José Campanella ist ein echter Glücksgriff: Hinreißend intelligente Dialoge jenseits allen künstlichen Parlierens. Eine Gefühlstiefe, die niemals kitschig wirkt, weil sie so nah am Lachen gebaut ist. Und Figuren, die so lebendig sind, dass man am nächsten Tag zum Telefon greifen möchte, um mit ihnen ein bisschen über Gott und die Welt zu plaudern.
Nominiert für den Oscar 2002 - best. ausländischer Film. Insgesamt erhielt 'Der Sohn der Braut' 35 Awards und 11 Nominierungen.


Kino
COMO AGUA PARA CHOCOLATE - BITTERSÜßE SCHOKOLADE
(Drama, Mex 1992)
Der Film erzählt die unglückliche Liebesgeschichte von Tita und Pedro, die sich nicht verheiraten dürfen und schließlich, trotz ihrer Gefühle füreinander, beide andere Ehepartner nehmen. Die Gefühle, die Tita nicht ausleben kann, lässt sie in die von ihr zubereiteten Speisen einfließen, erweckt mit ihren Speisen Gefühle nud zeigt so ihre Liebe zu Pedro.
'Bittersüße Schokolade' war der große Gewinner bei der Verleihung des mexikanischen Filmpreises 'Premio Ariel' 1992, 10 Preise wurden errungen, darunter der Hauptpreis 'Goldene Ariel', den Alfonso Arau (der Regisseur) entgegennahm. Der Film erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen, Nominierungen und Filmepreise.


Kino
TODO SOBRE MI MADRE - ALLES ÜBER MEINE MUTTER
(Drama, E 1999)
Die Krankenschwester und ehemalige Schauspielerin Manuela kündigt nach dem Unfalltod ihres 17-jährigen Sohnes Esteban ihren Job, verlässt Madrid und sucht nach dem Vater des Jungen. Ursprünglich trug dieser ebenfalls den Namen Esteban, doch inzwischen hat er sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und nennt sich mittlerweile Lola. Von seinem Sohn weiß Lola nichts. Auf Manuelas Suche trifft sie, in Barcelona, wo Lola lebt, auf Huma Rojo (Marisa Paredes). Eine lesbische Schauspielerin, die eine tragische Rolle beim Tod des Sohnes spielte. Manuela nimmt eine Stelle bei Huma Rojo an, ersetzt deren drogensüchtige Geliebte Nina in dem Stück 'A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht)', wird von den Erlebnissen durch Trauer, Freundschaft und Liebe aufgesaugt und vergisst dabei die Suche nach Lola, dem Vater ihres verunglückten Sohnes.

Mit: Penélope Cruz und Marisa Paredes (Die Haut, in der ich wohne),
Regie & Drehbuch: Pedro Almodóvar.
Almodóvars Film gewann über vierzig internationale Festival- und Kritikerpreise und war für über dreißig weitere nominiert. Eine Auswahl: 1999: Internationale Filmfestspiele von Cannes: Preis für die Beste Regie Europäischer Filmpreis: Bester europäischer Film 2000: Oscar: Bester fremdsprachiger Film, César: Bester ausländischer Film, Golden Globe: Bester fremdsprachiger Film, Goya: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cecilia Roth (Rollenname: Manuela)), Bester Produzent, Bester Schnitt, Bester Ton und Beste Filmmusik.


Todo1 Cruz